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Aktualisiert: 20.12.2017

Krankheiten



Arterielle Hypertonie

Herzrhythmusstörungen

Herzschwäche/Herzinsuffizienz

Kardiomyopathie

Koronare Herzerkrankung

Schlaganfall

Arterielle Hypertonie

Die dauerhafte Erhöhung des Blutdrucks auf Werte über 140/90 mmHg wird als arterielle Hypertonie bezeichnet. Die früher übliche Angabe Lebensalter + 100 = Zielblutdruck gilt schon seit vielen Jahren nicht mehr. Abhängig von Begleiterkrankungen und hier insbesondere von Nierenerkrankungen sind auch Werte von 130/80 mmHg bzw. bei erhöhter Eiweißausscheidung auch 125/75 mmHg als Grenzwerte definiert. Ausnahmen bilden nach aktuellen Betrachtungen Menschen mit einem Lebensalter über 80 Jahre, wo der Bluhochdruckgrenzwert mit 150/90 mmHg definiert wird.

Die Ursachen eines erhöhten Blutdrucks sind in über 90 % der Fälle nicht bekannt, wobei "nicht bekannt" zu relativieren ist, da erbliche (genetische) Grundlagen inzwischen gut identifiziert sind. Nur ein kleiner Teil der Hochdruckerkrankungen sind Folge von Erkrankungen im Bereich der Nieren, des Hormonsystems oder reaktive Formen (Stress etc.).

Die Messungen werden mit geeichten Blutdruckgeräten durchgeführt, wobei aufgrund der Messwertstabilität hier Oberarmmessgeräte bevorzugt werden sollten. Ein wichtiges Instrument zur Diagnose und Überprüfung einer Bluthochdruckerkrankung ist die 24-Stunden-Blutdruckmessung (siehe dort). Für die Beurteilung, ob und wie streng ein Bluthochdruck eingestellt werden muss, ist auch die Untersuchung von sogenannten Endorganen (Herz, Niere, Gehirn) notwendig, wobei gerade die Beurteilung von Hirnfunktionen sicherlich auch eine Mitbetreuung eines neurologischen Arztes mit bedürfen. Ganz grundsätzlich gilt, dass die Einstellung des Blutdrucks um so strenger sein muss, wenn bereits Schäden an den oben genannten Organsystemen erkennbar sind.

Die wichtigsten Folgeerkrankungen eines erhöhten Blutdrucks sind die Entwicklung einer Herzschwäche, einer Nierenfunktionseinschränkung und auch von Schlaganfällen.

Nach Diagnose eines erhöhten Blutdrucks erfolgt die Therapie. Hier sind zunächst so genannte nicht-pharmakologische Maßnahmen als Basis sehr wichtig und können bereits zu einer deutlichen Reduktion des Blutdruckes, bis hin zur Normalisierung, führen. Hierzu zählen die gesunde Ernährung (viel Obst und Gemüse, wenig oder gar keine Genussgifte), regelmäßige körperliche Betätigung (Ziel 30 Minuten auf mittlerer Intensität pro Tag) und eine Beschränkung der Kochsalzzufuhr auf weniger als 6 g pro Tag. Letzteres ist aber schwierig, da das Kochsalz häufig versteckt ist, insbesondere z. B. in Brot, Konserven etc. An Medikamenten stehen eine Fülle von Substanzen zur Verfügung, die häufig auch als Kombinationspräparate einsetzbar sind, um die Anzahl von Tabletten zu reduzieren.

Die Diagnose eines Bluthochdrucks ist in der Regel einfach, zur Diagnostik gehören laborchemische und apparatetechnische Untersuchungen, die im Verbund von Haus- und Fachärzten erfolgen. Dennoch schätzt man, dass etwa nur 50 % aller Hochdruckpatienten überhaupt bekannt sind, von diesen 50 % werden nur 50 % medikamentös behandelt, von diesen wiederum sind nur 50 % im angestrebten Zielbereich.